Aktuelles

Aktuelles Informationen für Kalenderwoche 43 - 23.-29.10.2017

 
 

5. Unsere Kirche - ein Raum für alle

Endersbach, den 11.05.15

Sehr geehrte/r ....

herzlichen Dank für Ihre weiterhin rege Anteilnahme und Ihr Interesse an unserem Kreuz- Projekt.

Ich darf Ihnen sagen, dass ich Ihre Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle respektiere.

Kein Mensch ist wie der andere, jeder sieht die Welt mit seinen eigenen Augen und nicht jeder braucht zur selben Zeit dasselbe wie sein Nachbar.

Darum bin ich froh, dass in unserer Kirche für alle, die Jesus suchen, ein Platz ist.

Wenn Sie also auch in der österlichen Zeit Ihren Blick auf das Bildnis des gekreuzigten Jesus richten möchten, haben Sie – und andere - auch jetzt die Möglichkeit dazu.

Der Gekreuzigte ist ja aus unserer Kirche nicht verschwunden.

Im Gegenteil:

Im sogenannten „Felger- Epitaph“ (s.u.) an der Wand links vom Taufstein ist unübersehbar eine detailreiche, fast zwei Meter hohe und über den ganzen Kirchenraum sichtbare Kreuzigungsszene dargestellt, die es auch Ihnen ermöglicht, das Zentrum Ihres Glaubens bildlich vor Augen zu haben.

Dass das Kreuz am Altar während des Osterfestkreises leer ist, erzählt denen, die die Kreuzigung ohne Auferstehung nicht wirklich verstehen können, eine andere Geschichte.

So finden die einen, wie die anderen ihren eigenen Zugang zum Glauben an Jesus Christus.

 

Von daher finde ich die letzten Worte ihrer Email ein bisschen unglücklich gewählt:
(… finden die hiesigen Konfirmationen am 3.05. und 10.05.2015 etwa ohne unseren Jesus am Kreuz statt?? - es wäre einmalig und ungeheuerlich) (Hervorhebung vom Vf.)

 Schon ein flüchtiger Blick über unseren Kirchturm hinaus würde Ihnen zeigen, dass die orthodoxen Kirchen, die koptischen Kirchen, aber auch die evangelisch - reformierten Kirchen in ihren Kirchenräumen immer (!) das leere Kreuz und niemals ein Abbild des Gekreuzigten zeigen.

Lediglich die katholische Kirche (!) und ein Teil der evangelisch– lutherischen Kirchen verwenden Kruzifixe mit Corpus, oft auch deshalb, weil ihre Kirchengebäude vormals katholisch waren.

Was wollen Sie nun den unzähligen evangelischen Gemeinden in Deutschland sagen, unter deren leeren Kreuzen dieser Tage zigtausend Jugendliche konfirmiert werden?

Einmalig kann man das dann kaum noch nennen und was daran „ungeheuerlich“ sein soll, müssten Sie schon erklären. Es versteht sich nicht von selbst.

 

mit herzlichen Grüßen
Ihr
Pfarrer Thomas Rapp